Projektwoche vom 12. bis zum 16. Juni

Am 12. Juni startete an der 9. Grundschule die Projektwoche. In dieser Woche sah der Unterricht ein wenig anders aus. Die Kinder befanden sich nicht in den gewohnten Klassen oder bei den gewohnten Lehrern und der Stundenplan war am Montag, Mittwoch und Freitag durch ein Projekt ersetzt. Allerdings stand die Projektwoche nicht unter einem großen Thema für alle SchülerInnen, sondern die Kinder der ersten beiden Klassenstufen arbeiteten zum Thema "Indianer" und die Klassenstufen 3 und 4 zum Thema "Stark wie ein Baum". In beiden Themenbereichen wurde den Kindern durch das Lehrerkollegium ein breites Angebot an Projektkursen bereitgestellt, aus welchem sich die Kinder 6 Kurse aussuchen konnten. Von diesen 6 ausgewählten Kursen wurden ihnen dann drei Kurse zugeteilt. Eines vorweg: Es sind fantastische Arbeitsergebnisse entstanden, welche nicht nur die Kreativität sondern auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit unserer Kinder unterstreichen. Ein Blick in die Galerie lohnt sich!

Unter dem Thema "Indianer" wurden beispielsweise folgende Kurse angeboten:

 

Indianerschmuck aus Holunderholz

Die Kinder haben aus zersägten Zweigen des Holunderstrauchs Perlen hergestellt, indem sie die Rinde und den weichen Kern entfernt und das Holz mit Sandpapier geschliffen haben. Eine der Perlen haben die Kinder bemalt, indem sie Punkte aus Acrylfarbe mit Hilfe eines Holzstäbchens aufgetragen haben. Als Anregung dazu diente eine Auswahl an indianischen Zeichen. Aus den Perlen haben die Kinder eine Kette gefädelt. Außerdem hatten die Kinder Gelegenheit, Repliken indianischer Kleidung und Utensilien – eine Trommel, eine Friedenspfeife und Pfeile – genau zu untersuchen und ein Indianerzeichen-Memory zu spielen.

 

Trommeln bauen und Tanzen

Die SchülerInnen saßen um ein Tipi und haben sich Indianernamen gegeben. Zu zweit bautensie eine Trommel. Dafür haben die Kinder Blumentöpfe mit Pergamentpapier und Tapetenleim bezogen. Anschließend verzierten die Trommelbauer sie mit geflochtenen Bändern, eingeknoteten Federn und Perlen. Dann lernten sie ein Indianerlied, begleiteten es mit Trommeln und tanzten dazu. 

 

Traumfänger

In dem Projekt „Traumfänger“ haben die Kinder der 1. und 2. Klasse zuerst erfahren, was ein Traumfänger überhaupt ist, wozu er den Indianern diente und woraus er früher gemacht wurde. Dann ging es in die Praxis! Aus einem Pappteller gestalteten die Kinder ihren eigenen Traumfänger und verschönerten ihn mit indianischen Motiven sowie Perlen und Federn. Aus selbst gesammelten Naturmaterialien bauten sie dann alle gemeinsam einen großen Traumfänger für die Schule.

 

Regenmacher bauen

Im Projekt „Regenmacher bauen“ erfuhren die Teilnehmer aus den ersten und zweiten Klassen Wissenswertes über die Herkunft des Regenmachers (Atacama-Wüste), über die ursprüngliche Bauweise der Diaguitas-Indianer, den Klang und den Unterschied zu den modernen Varianten des Instruments. Wer gut und konzentriert gearbeitet hat, hatte am Ende auch noch die Zeit, den Regenmacher mit indianischen Motiven zu bemalen oder mit Federn und Perlen zu schmücken.

 

 

Die "großen" Klassen führten Kurse unter dem Leitthema "Stark wie ein Baum" durch, welche verstärkt auf eine gesunde Selbstwahrnehmung sowie körperliche Fitness zielten. Wie die Äste eines Baumes waren auch hier die Angebote breit gefächert, z.B.:

 

Stark wie ein Baum für die Zukunft

-Das war ich, das bin ich, da will ich hin!-

 In dem Projekt „Stark wie ein Baum für die Zukunft“ hatten die SchülerInnen die Aufgabe, sich selbst zu reflektieren und über ihre Stärken nachzudenken. Mittels alter Kinderfotos konnten die Kinder über ihre Vergangenheit erzählen. Dabei mussten alle feststellen, dass jeder viel dazugelernt, Ängste überwunden oder aus Fehlern gelernt hat. Das Ziel eines Projekttages war es, ein Ich-Buch, auch Lapbook genannt, herzustellen. Die Schüler konnten frei wählen, welche Inhalte sie in das Lapbook einbauen wollten. Sie mussten sich zum Beispiel Gedanken über spätere Ziele machen oder etwas aufschreiben, was sie an sich ganz besonders mögen. Familie, Freunde, schöne Erinnerungen oder besondere Talente konnten auch Inhalt des Ichbuches sein. Und am Ende eines jeden Tages konnten die SchülerInnen feststellen, dass JEDES Kind Stärken hat und etwas ganz Besonderes ist!

 

Starke Jungen - starke Mädchen

In dieser Projektgruppe haben sich die Schüler über ihre Erfahrungen und ihr Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht ausgetauscht und auseinandergesetzt. Durch verschiedene Spiele, Arbeitsaufträge und Gespräche haben die Kinder festgestellt, dass Mädchen und Jungen zwar gleichgestellt, aber doch nicht gleich sind. Sie fanden heraus, dass jeder Mensch sowohl Stärken als auch Schwächen hat und gerade deshalb einzigartig ist. Nach der Bearbeitung von Arbeitsblättern hatten die Schüler Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Dieser Austausch war hochinteressant und ganz oft auch für die Kinder sehr lustig. Im Ergebnis entstanden neben einem Ich-finde-…stark-Plakat bei jedem Kind eine sehr individuelle Projektmappe und ein Memory-Spiel. Sehr aufschlussreich waren die Reaktionen der Schüler, Lehrer und Eltern bei der Präsentation dieser Ergebnisse.

 

Comics machen

Comics – in den Schulpausen bleibt oft zu wenig Zeit um eine Figur zum Leben zu erwecken oder eine Geschichte zu Ende zu lesen. Kleine Kunstwerke landen meistens unfertig und zerknickt unter der Bank. Das sollte sich für einen Tag ändern. Der Projekttag begann mit einem schnellen Selbstportrait und anschließendem Raten – "Wer erkennt wen wieder?" – und dies war oft erstaunlich treffsicher. Ob Frisur, Zahnspange oder Kleidung, schon Kleinigkeiten zeigten, das man sich selber prima als Comicfigur malen kann. Danach wurde kurz überlegt wie viele Comicfiguren man eigentlich kennt. Von Asterix über Lotta Leben und Greg, alle Disney – Comics und Legofiguren eingeschlossen, bis hin zu Spirou und der Katze Chi – die Liste wurde immer länger. Viele der Hefte und Bücher konnte man, auch Dank des umfassenden Angebotes der Stadtbibliothek Leipzig, im Klassenzimmer anschauen. Jeder Schüler konnte am Projekttag entscheiden ob er Lebewesen oder Gegenstände darstellt, ob er eine Geschichte erfindet oder eine bekannte Geschichte im Comic-Stil zeichnet. Es gab die Möglichkeit ein ganzes Heft zu gestalten oder einzelne Bilder in verschieden Formaten zu präsentieren. Auch das Thema Sprech – und Gedankenblasen wurde kurz betrachtet. Beim Zeichenmaterial war von Fineliner über Blei- und Filzstift bis hin zu Wasserfarbe alles erlaubt. Hier probierten viele Schüler auch aus, farbige Fingerabdrücke mit Hilfe von Fineliner oder anderen Stiften zu Figuren werden zu lassen. Und wer wollte, hatte auch die Möglichkeit verschiedene Comics zu lesen.

Stille ist Klang

Davon konnten sich die Kinder während der Projektwoche selbst überzeugen. Sie haben Geschichten geträumt von mutigen Tigern, schnellen Schnecken und schweren Boxhandschuhen, lernten spielerisch verschiedene Klanginstrumente kennen, wie z.B. Klangschalen, Koshi, Sansula und vor allem: sie haben erfahren, dass wir Klänge nicht nur hören, sondern auch sehen und fühlen können. Am Ende war es für alle eine sehr entspannende Zeit!

 

Kanutour

Bei diesem Projekt ging es darum, den Kindern einen Einblick in die Sportart Kanuslalom zu geben. Unter professioneller Anleitung eines ehemaligen Olympioniken durften die Kinder auf dem Elsterflutbecken die Grundlagen der Steuerung eines Kajaks erlernen, selbstverständlich auch ausprobieren und zum Abschluss eine Runde Kanupolo spielen. Der Spaß war riesig, auch wenn (oder vielleicht gerade weil?) einige Kinder mit ihren Booten kenterten.  Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an den Leipziger Kanu-Club, welcher unsere Kinder so aufgeschlossen, verständnisvoll und motivierend betreut hat.

 

Kampfkünste aus aller Welt

Manchmal muss man um „Stark wie ein Baum“ zu werden mit sich und anderen kämpfen und die eigenen oder die fremden Grenzen erfahren. Auf unserer Reise um die Welt haben wir in Athen gerungen, in New York geboxt, in Rio de Janeiro Capoeira getanzt, in Narita Jiu-Jitsu erlebt und in Okinawa mit Karate ein Brett zerschlagen.

Neben dem gemeinsamen Kämpfen ging es aber immer um den gegenseitigen Respekt und die Achtung vor unserem Partner und Gegner.

Als Höhepunkt haben alle Kinder am Ende ein Brett mit dem Handballen zerschlagen und sind mit dem stolzen Gefühl „Stark wie ein Baum“ zu sein nach Hause gegangen.

 

Die Resonanz der SchülerInnen auf die verschiedenen Angebote, die für Jeden etwas bereithielten, war durchweg positiv. Das ermutigt natürlich das Lehrerkollegium, auch in die nächste Projektwoche wieder freudbetont, außergewöhnlich und abwechslungsreich zu gestalten.

 

9. Schule – Grundschule der Stadt Leipzig

Gersterstraße 74

04279 Leipzig

+49 (0) 341 3338734-0